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Ein Tag
in
Berlin:
Am 3.
Februar
2005
haben
Vertreter
zahlreicher
kirchlicher
Organisationen
und
Gremien
Listen
mit
insgesamt
146.099
Unterschriften
an
Bundestagspräsident
Wolfgang
Thierse
übergeben
und ein
Zeichen
gesetzt
für den
Schutz
des
Lebens
von
Anfang
an
|
DEUTSCHLAND,
mkf.
Eines
der
Fotos,
das bei
der
Übergabe
der
146.099
Unterschriften
der
gemeinsamen
Initiative
von
Katholikenräten,
Bistumszeitungen,
Frauenbund,
Kolping,
Schönstattbewegung
und
zahlreichen
anderen
Gruppen
und
Organisationen
entstanden
ist,
kann ein
Symbol
sein für
das, was
an
diesem
3.
Februar
in
Berlin
geschehen
ist. Auf
dem Bild
sieht
man
Stapel,
Ordner
und
Kartons
mit
Listen
auf dem
Tisch in
Wolfgang
Thierses
Büro im
Reichstagsgebäude.
In der
Glasvitrine,
die die
ganze
Rückwand
ausfüllt,
spiegelt
sich das
Fenster
auf der
gegenüberliegenden
Seite
mit
einem
atemberaubenden
Blick
auf
Berlin
und das
Regierungsviertel,
das in
den
letzten
Jahren
dort
entstanden
ist, wo
bis 1989
noch die
Mauer
stand,
und das
unter
einem
strahlenden,
frühlinghaften
Himmel
im
Februar...
und in
diesem
Fenster
sieht
man wie
Schatten
die
Menschen,
die aus
ganz
unterschiedlichen
Aufgaben
und
Lebensbereichen
her
miteinander
dieses
kräftige
Zeichen
für das
Leben
möglich
gemacht
haben.
Die
zwanzig
Minuten
mit
Bundestagspräsident
Wolfgang
Thierse
dienten
nicht
der
Profilierung
und
Selbstdarstellung
der
Bistumszeitungen,
Organisationen,
Räte und
Bewegungen,
die sich
zusammengetan
hatten
bei der
Unterschriftensammlung,
sondern
der
Profilierung
des
gemeinsamen
Anliegens:
nämlich
den
Politikern
und der
Öffentlichkeit
eindrucksvoll
und
durch
eine
hohe
Zahl von
Unterschriften
legitimiert
zu
zeigen,
dass
Handlungsbedarf
gesehen
wird in
der
Frage
der
Spätabtreibungen,
und
damit
auch zu
zeigen,
dass man
die
Abtreibung
von
möglicherweise
behinderten
Kindern
zu einem
Zeitpunkt,
an dem
sie
bereits
außerhalb
des
Mutterleibes
lebensfähig
wären,
nicht
einfach
hinnimmt;
und dass
man mit
der
Verurteilung
dieser
grausamsten
Form der
Abtreibung
ein
klares
Votum
zur
Würde
und zum
Schutz
jedes
menschlichen
Lebens
von
Anfang
an
ablegen
wollte.
Die
Sicherheitsvorkehrungen
waren
hoch in
Berlin
am Tag
vor der
Ankunft
der
neuen
US-amerikanischen
Außenministerin
Condoleezza
Rice in
Deutschland.
Sicherheitskräfte
am
Flughafen
untersuchten
die
kleine
Schönstatt-Delegation,
die in
der
Morgenfrühe
anreiste,
auf
Nagelscheren,
Nagelfeilen,
Kugelschreiber
und
Schlüssel;
der
weißen
Plastiktüte
mit
einem
großen
Karton
darin
schenkten
sie
keine
Beachtung;
und doch
enthielt
der
Dynamit
- über
7000
Unterschriften,
stolze
5% aller
Unterschriften,
die ein
paar
Stunden
später
überreicht
werden
sollten,
und die
"Lichtzeichen
e.V."
mit
Hilfe
vieler
Menschen
aus der
Schönstatt-Bewegung
gesammelt
hatte.
Dynamit
nicht im
Sinne
von
Zerstörung,
sondern
Dynamit,
das den
Mantel
des
Schweigens,
der sich
über das
Thema
Abtreibung
und vor
allem
Spätabtreibung
gelegt
hat,
wegreißen
sollte.
"Jede
der
146.099
Unterschriften
ist ein
Zeugnis
und
steht
für ein
Gespräch,
das
Meinung
bildet
in der
Öffentlichkeit
und für
den
Schutz
des
Lebens
sensibilisiert",
so hieß
es in
der
Vorbesprechung
in den
Räumen
der
Katholischen
Akademie
in
Berlin,
wo gegen
10.00
Uhr
morgens
Redakteure
von
Kirchenzeitungen,
Vorsitzende
und
Vertreter
von
Katholikenräten,
von
Organisationen
und
Gruppierungen
eintrafen,
alle mit
Stapeln,
Tüten
und
Kartons
voller
ausgefüllter
Listen.
Es wurde
gezählt
und
nochmals
gezählt,
und
während
Dr.
Christoph
Braß die
Zahlen
in
seinen
PC
tippte,
wanderten
Stapel
von
Listen
nacheinander
in große
gelbe
Postkisten...
146.099
insgesamt,
und das
ist der
Anfang.
Unterschriftenübergabe
im
Reichstag
Er ist
ein
Symbol
der
vergangenen,
of
schmerzhaften
Geschichte
Deutschland
und
eines
Traums,
der sich
erfüllte,
als fast
niemand
mehr ihn
träumte
- den
Traum
eines
freien,
vereinten,
neuen
Deutschland:
der
Reichstag
in
Berlin,
Sitz des
Deutschen
Bundestages,
eine
architektonisch
und
symbolisch
gewagte
Mischung
aus
altem
und
ultramodernem
Stil,
aus
Stein
und
Glas. Es
hatte am
Morgen
unaufhörlich
aus
dicken
Wolken
geregnet,
und
jetzt
begrüßte
ein
strahlender
Frühlingshimmel
die
kleine
Gruppe,
die sich
dem
Reichstag
näherte.
In den
siebziger
und
achtziger
Jahren
hatte
die
überwiegende
Mehrheit
die
Tatsache
zweier
deutscher
Staaten
hingenommen
und sich
damit
arrangiert.
Am
frühen
Morgen
hatten
sich
alle
eingestellt
auf
einen
verregneten,
grauen
Tag. Und
dann
änderte
sich
schlagartig
alles.
Unerwartet.
Und
während
das
Frühlingswetter
einfach
ein
Geschenk
war, war
der Fall
der
Mauer
und die
deutsche
Wiedervereinigung
möglich,
weil
einige
nie
aufgegeben
hatten,
den
Traum
der
Freiheit
und
Einheit
zu
träumen,
und
darum im
richtigen
Augenblick
bereit
und
fähig
waren,
alles zu
wagen
und
weiterzumachen.
Im Jahr
2005 hat
die
überwiegende
Mehrheit
der
Deutschen,
der
Politiker
und
Wähler,
auch der
Christen,
die
Tatsache
der
Abtreibung
und die
Abtreibungspraxis
in
Deutschland
hingenommen,
und die
Änderung
von
Gesetz
und
Praxis
als
unmöglich
eingestuft.
Und
dennoch
- einige
wissen
immer
noch,
dass es
Unrecht
ist,
einige
wissen
immer
noch,
dass
das, was
üblich
ist,
keineswegs
normal
und ganz
sicher
nicht
menschlich
ist.
Etwa
150.000
Menschen
sind es,
die
vielleicht
eines
Tages
einen
Wandel
wie den
Fall der
Berliner
Mauer
nicht
nur
begrüßen
und
feiern
werden,
sondern
Teil
dieses
Wandels
gewesen
sind.
Und bis
dahin
wissen,
dass sie
es
zumindest
versucht
haben.
Parlamentspräsident
Wolfgang
Thierse
begrüßte
die
Delegation
freundlich,
konnte
und
wollte
aber zum
Thema
selbst
nicht
Stellung
nehmen.
Er
betonte
aber,
dass er
dieses
Zeichen
begrüße,
und wie
wichtig
es sei,
dass
hier für
grundlegende
Werte
eingetreten
werde.
Politik
könne
Werte
nicht
schaffen,
sie
müsse
Werte
vorfinden,
so
betonte
er.
Vertreter
der
Medien
waren
recht
zahlreich
da, und
die
Pressemitteilung,
erste
Meldungen
wie auch
die im
Anschluss
an die
Übergabe
veröffentliche
Pressemitteilung
von
Maria
Böhmer,
CDU,
einer
der
Initiatorinnen
des
Antrags
auf
Anhörung
zum
Thema,
waren
spät
abends,
als die
Schönstatt-Delegation
zurückkehrte,
schon in
den
Medien
zu
finden.
Einsatz
für das
Leben
des
Menschen
Einhellig
sprachen
sich
alle
Vertreter
der
Initiatoren
der
Unterschriftenaktion
dafür
aus,
nach
diesem
ersten
großen
Erfolg
weiterzumachen
bis Ende
März,
wenn die
Debatten
im
Bundestag
in die
entscheidende
Phase
gehen.
Die
Initiative
soll nun
auch
verstärkt
für
protestantische
Gruppen
und
Initiativen
außerhalb
der
Kirche
geöffnet
werden.
Am Abend
machte
auch die
kleine
Schönstatt-Delegation
eine
erste
Bestandsaufnahme
des
Einsatzes
mit
allen
Höhen
und
Tiefen,
Erfolgen
und
Misserfolgen.
Es war
es wert,
in
Berlin
dabei
gewesen
zu sein
und so
ein
öffentliches
Zeugnis
des
Einsatzes
für das
menschliche
Leben zu
geben.
Die
Herausforderung
ist, im
selbstlosen
Begleiten
von
schwangeren
Frauen
in
Notsituationen
weiterzumachen
und
weiter
einzutreten
für das
menschliche
Leben,
mittendrin
in der
Politik
und im
gesellschaftlichen
Dialog
und im
Bündnis
mit
vielen
Menschen
guten
Willens.
Kornelia
Fischer,
PressOffice
Schönstatt
siehe
auch:
Breite
Unterstützung
für
Initiative
gegen
Spätabtreibungen
Behindertes
Leben
darf
nicht
länger
schutzlos
sein -
Presse-Erklärung
von
Maria
Böhmer,
CDU
Gegen
Spätabtreibungen
– für
das
Leben
Übergabe
von
146.099
Unterschriften
an
Bundestagspräsident
Wolfgang
Thierse
– Aktion
wird
fortgesetzt |